Gott bestätigt seine Verheissung durch ein Zeichen

Fortsetzung

Doch die Botschaft von Immanuel bleibt. Mit uns ist Gott – nicht nur wenn wir vollkommen vertrauen, sondern auch wenn wir wanken. Er ist mit uns in Gericht und Barmherzigkeit, in Zurechtweisung und Mitgefühl. Er ist mit uns, um das wiederherzustellen, was unsere Angst verzerrt hat, und um das zu erfüllen, was unser Unglaube nicht aufheben konnte.

Das letzte Wort in Jesaja 7,1–16 ist nicht Ahas Scheitern, sondern Gottes Treue. Die Geschichte schreitet voran, nicht weil Könige stark sind, sondern weil Gott gegenwärtig ist. In Jesus Christus, Immanuel, sehen wir das deutlichste Zeichen von allen: Auch wenn uns unsere menschlichen Lösungen teuer zu stehen kommen, Gott verlässt sein Volk nie. Er ist und bleibt «Immanuel – mit uns Gott».

Die Geschichte von Ahas spiegelt die turbulente Realität des Nahen Ostens von heute wider. Nationen zittern, Allianzen bilden sich und Staats- und Regierungschefs suchen dringend nach Sicherheit durch militärische Stärke, politische Vereinbarungen und ausländische Unterstützung. Einmal mehr lässt die Angst die Herzen «wie die Bäume im Wald vom Winde beben». Doch Jesaja 7 erinnert uns, dass dauerhafte Sicherheit nicht von wechselnden Koalitionen oder menschlicher Berechnung abhängt, sondern vom Vertrauen in den lebendigen Gott, der die Geschichte lenkt.

Wie Ahas wendet sich die Region oft mächtigen Reichen zu, um Schutz zu erlangen, nur um dann festzustellen, dass solche Lösungen neue Formen der Unterdrückung, des Leidens und des Verlusts mit sich bringen. Dennoch hat Gott dem Land und seinen Leuten seine Gegenwart nicht entzogen. Das Zeichen Immanuel bedeutet, dass Gott auch inmitten von Krieg, Vertreibung und Ungewissheit nahe bleibt. In Jesus Christus, ist Gott in eine konfliktreiche Welt eingetreten und hat ihre Gewalt und Angst, nicht mit Waffen, sondern mit aufopfernder Liebe getragen.

Für Gläubige des Nahen Ostens – und für die weltweite Christenheit – bedeutet dies, dass wir der Verzweiflung und der Illusion widerstehen, dass Erlösung alleine durch Stärke gelingt. Wir sind aufgerufen, Zeugnis abzulegen, zu beten und zu handeln als Menschen, die darauf vertrauen, dass mit uns Gott ist, selbst wenn die Wirklichkeit unsicher erscheint. In einem Land, das geprägt ist von Schmerz und Verheissung, bleibt Immanuel die tiefste Hoffnung: Gott hat uns nicht verlassen und sein Plan wird Bestand haben.

Issa Diab

Von Issa Diab

Presbyterianischer Pastor, UBS-Übersetzungsberater

und Professor für Religion an der St.-Josef-Universität in Beirut.