Ein Ruf nach Hoffnung und Unterstützung

2. Februar 2026

Tag für Tag zeigen die Nachrichten: Es gibt weiterhin keine Anzeichen dafür, dass der Krieg in der Ukraine bald endet – obwohl ihn nur eine Handvoll Menschen will und Milliarden ihn ablehnen. Von unseren Kolleginnen und Kollegen der Ukrainischen Bibelgesellschaft (UBG) erreichen uns regelmässig Berichte darüber, wie das Team trotz Bombenalarm, Zerstörung und Erschöpfung die Hoffnung nicht aufgibt und den Menschen seelsorgerlich sowie mit dem Wort Gottes beisteht. In dieser Situation fühlen sich die Ukraine und alle, die sie unterstützen, an die Worte Davids aus Psalm 36 erinnert, in denen er von seinen Bedrängern spricht:

Eine vereiste Treppe in einem Gebäude in der Ukraine während des Kriegs. Da der Feind die Energieinfrastruktur gezielt angreift, sind viele Häuser mitten im Winter ohne Strom und Heizung.

Eine vereiste Treppe in einem Gebäude in der Ukraine während des Kriegs. Da der Feind die Energieinfrastruktur gezielt angreift, sind viele Häuser mitten im Winter ohne Strom und Heizung. © UBG 2026

Die Sünde sagt über den Frevler:

« Er kennt kein Erschrecken vor Gott! »

Das ist eine Enthüllung, die mich ins Herz trifft.

Ja, der Frevler fühlt sich sogar geschmeichelt,

wenn seine Schuld aufgedeckt wird.

Er will andere mit seinem Hass verfolgen.

Nichts als Lug und Trug führt er im Mund.

Er hat es aufgegeben, vernünftig zu handeln.

Er will nichts Gutes mehr tun.

(Ps 36,2–4 BasisBibel)

Fast vier Jahre nach der Invasion der Russischen Föderation, teilen wir eine eindringliche Botschaft aus dem Herzen der Ukraine – eine Botschaft, die das unermessliche Leid ebenso sichtbar macht wie die unerschütterliche Hoffnung in diesen dunklen Zeiten.


Liebe Freunde, Kollegen auf der ganzen Welt,

Grüsse aus der blutenden Ukraine.

Heute ist der 1435. Tag der umfassenden Invasion der Russischen Föderation.

Wir sind uns bewusst, dass unsere Newsletter mit Updates als unangenehme und schwere Last empfunden werden könnten. Wir wünschen uns, wir könnten Ihnen erfreulichere Nachrichten und Geschichten mitteilen, aber unsere Realität ist ein schrecklicher Krieg, der nun schon fast vier Jahre andauert. Wenn wir unsere Geschichten voller Schmerz teilen, verschafft uns das eine gewisse Erleichterung, denn wir teilen diese schwere Last mit jemandem, und es wird ein wenig leichter, sie zu tragen. Für uns hier ist es sehr wichtig zu wissen, dass unsere Stimmen gehört werden.

Raketeneinschlag in ein Hochhaus © UBG 2026

Heute Morgen erlebte die Ukraine einen weiteren Angriff. Unsere Chefbuchhalterin Tetiana erlebte zusammen mit ihren Kindern und Enkelkindern einen Raketeneinschlag in der Nähe ihres Wohnhauses. Die Kinder sind zutiefst verängstigt, und einige ihrer Nachbarn wurden getötet.

Eine weitere Rakete traf einen Zug von Kiew nach Charkiw, einen Zug, mit dem wir oft reisen.

Ein Zug in Charkiw wurde durch eine russische Rakete beschädigt.

Ein Zug in Charkiw wurde durch eine russische Rakete beschädigt. © UBG 2026

Menschen wurden getötet, und viele wurden verletzt. Schmerz und Trauma nehmen weiter zu.

Heute Morgen war ich zur Behandlung in einem Krankenhaus in Kiew und sah so viele ältere Menschen in den Korridoren sitzen. Die meisten von ihnen waren nicht dort, weil sie medizinische Versorgung benötigten, sondern weil ihre Häuser seit Wochen kalt, ohne Wasser oder Strom waren. Sie kamen, um ihre Telefone aufzuladen und sich zu wärmen, weil das Krankenhaus einen Generator hat.

Ich sah mehrere ältere Menschen sitzen und weinen…

In einem seiner jüngsten Interviews wurde der ehemalige Aussenminister der Ukraine, Dmytro Kuleba, von einem Journalisten gefragt, welches Buch er zum Lesen empfehlen würde. Er antwortete: «Es gibt viele gute Bücher, aber besonders in einer so schrecklichen Zeit eines zermürbenden Krieges, lesen Sie die Bibel.»

Wie bereits in Syrien zielen die russischen Streitkräfte absichtlich auf zivile Infrastruktur.

Wie bereits in Syrien zielen die russischen Streitkräfte absichtlich auf zivile Infrastruktur. © UBG 2026

Wir sehen bei der Bibelgesellschaft, dass die Menschen die Bibel wirklich lesen wollen. Wir verteilen täglich rund tausend Bibeln, sieben Tage die Woche. Wir beten, dass jede verteilte Bibel wie eine Kerze in der tiefen Dunkelheit des Krieges sein wird, die unser Land bedeckt hat.

Liebe Freunde, wir brauchen Sie.

Eine Frau in der Ukraine schläft bei eisigen Temperaturen draussen, weil ihr Gebäude nicht mehr bewohnbar ist.

Eine Frau in der Ukraine schläft bei eisigen Temperaturen draussen, weil ihr Gebäude nicht mehr bewohnbar ist. © UBG 2026

Rev. Anatoliy Raychynets

Stellvertretender Generalsekretär Ukrainische Bibelgesellschaft