Revision der Lutherbibel ist abgeschlossen

20. September 2015

Die Überarbeitung der Lutherbibel ist abgeschlossen. Über fünf Jahre lang haben rund 70 Theologinnen und Theologen daran gearbeitet. Die Deutsche Bibelgesellschaft beginnt nun mit den Vorbereitungen zur Drucklegung. Die revidierte Lutherbibel 2017 wird im Oktober 2016 erscheinen – pünktlich zum Start des Reformationsjubiläums.

Das Erscheinen der revidierten Lutherbibel 2017 ist einer der grossen Höhepunkte des Reformationsjubiläums 2016/17. Über fünf Jahre lang haben rund 70 Theologinnen und Theologen den Text intensiv geprüft und, wo nötig, überarbeitet. Überprüft wurde der Text der Lutherbibel in seiner letzten Fassung (Altes Testament 1964, Apokryphen 1970 und Neues Testament 1984). Ziel war es, eine grössere sprachliche Genauigkeit herzustellen und gleichzeitig der Sprachkraft Martin Luthers gerecht zu werden.

Am 16. September 2015 auf der Wartburg bei Eisenach wurde der überarbeitete Text der Lutherbibel dem Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) übergeben, der die Revision beschlossen hatte. Nach Abschluss der inhaltlichen Arbeiten beginnt die Deutsche Bibelgesellschaft (DBG) nun mit den Vorbereitungen zur Drucklegung. Ihr wurde von der EKD das Verlagsrecht für die “Bibel nach der Übersetzung Martin Luthers” übertragen. 500 Jahre nach den Anfängen der Reformation und zehn Jahre nach den ersten Bestrebungen um eine erneute Durchsicht wird die revidierte Lutherbibel 2017 pünktlich zu Beginn des Jubiläumsjahres im Oktober 2016 erscheinen.

Einmalig in der Revisionsgeschichte

Damit geht eine so intensive wie umfassende Überarbeitung der Lutherbibel zu Ende, wie sie in der bisherigen Revisionsgeschichte einmalig ist. In nur fünf Jahren wurden die Bücher des Alten und Neuen Testaments sowie der Apokryphen vollständig durchgesehen und korrigiert. Das Ergebnis ist eine umfassende, in sich geschlossene Revision, bei der die verschiedenen Teile erstmals einen einheitlichen Stand widerspiegeln. Die aktuellen wissenschaftlichen Befunde finden genauso Berücksichtigung wie die Pflege der Sprache Martin Luthers und ihre Wirkungsgeschichte.