Geschichte aus dem Krieg

23. Januar 2024

Seit 700 Tagen dauert der Krieg in der Ukraine an. Von der Ukrainischen Bibelgesellschaft haben wir vernommen, dass die täglichen Neuigkeiten vom Tod ihrer Soldaten – ihrer Brüder und Freunde – ihr Herz mit bitterer Trauer erfüllt.  

Doch das Team der Ukrainischen Bibelgesellschaft ist Gott dankbar für den grossen Schatz, das Licht, das in der Finsternis scheint – die Bibel. Aus Gottes Wort, aus dem sie Hoffnung und Kraft schöpfen. 

Anatoliy Raychynets, Stellvertretender Generalsekretär der Ukrainischen Bibelgesellschaft erzählt von einer Begegnung mit einem Soldaten an der Front, als das Team der Militärseelsorger die Truppe besuchte:  

Gott an der Front

„Dank der Bibel habe ich Gott an der Front kennen gelernt“ – diese Worte hörte ich von dem mobilisierten Soldaten Kyrylo, der 57 Jahre alt ist. 

Soldaten an der Front in Bakhmut, die sich im Wald verstecken, erhalten Besuch der Militärseelsorger.Am 23. November, 21 Monate nach Kriegsbeginn, besuchten wir unser Militär in den Wäldern bei Bakhmut. In einer der Stellungen trafen wir eine Gruppe von Soldaten, die eine Kanone bemannten. Während wir den Psalm 91, „Gebet für die Soldaten“, lasen, wurden wir von Granatenexplosionen unterbrochen. Als ich mich in einem Schützengraben neben dem Soldaten Kyrylo wiederfand, erzählte er mir, dass wir vor zwei Wochen gekommen waren und ihm eine Bibel geschenkt hatten:

„Ich war nie in der Kirche, habe nie in der Bibel gelesen, weil ich nie eine hatte. Hier, auf den Kampfplätzen, habe ich in kurzen Momenten der Stille begonnen, Gebete aus dem Buch der Psalmen zu lesen, wie Sie es mir damals geraten haben. Beim Lesen spüre ich Wärme in mir. So etwas habe ich in meinem Leben noch nie erlebt. Mir wurde klar, dass es Gott war, der zu mir, einem Sünder, im Alter von 57 Jahren kam. Er kam hierher, in den Sumpf, in die Schrecken des Krieges, um mich zu finden. Danke für die Bibel, sie hat mich zu einem neuen Leben erweckt – zu einem Leben mit Gott. Bitte, könnten Sie mit mir beten?“

Ein paar Minuten später als sich alles beruhigt hat, lesen wir weiter den Psalm 91. Meine Stimme war ein bisschen heiser, weil es -10 Grad im Wald war und mir ziemlich kalt war. Gott wirkt auf erstaunliche Weise. Sein Wort ist lebendig und aktiv. Danke, liebe Freunde, dass wir Bibeln haben und sie Menschen in verschiedenen Situationen geben können. 

Mit Dankbarkeit und der Hoffnung aufs Beste, 

Pfr. Anatoliy Raychynets

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