Themen im Kirchenjahr

Im Kirchenjahr gibt es viele besondere Tage und bei vielen Feiertagen stellt sich dabei auch immer wieder die Frage:
Was feiern wir heute eigentlich?

Fastenzeit

Von Aschermittag bis Ostern verzichten Menschen bewusst auf etwas in ihrem Alltag. Aber warum ist Fasten so beliebt, ist das prinzig einer Fastenzeit überhaupt aktuell und sind es wirklich 40 Tage?

Was ist eigentlich das Besondere an der Fastenzeit?
Ist die Fastenzeit zeitgemäss?

Die Fasten- oder auch Passionszeit ist im Kirchenjahr die Zeit zwischen Aschermittwoch und Karsamstag. In ihr denken wir besonders an das Leiden und Sterben Jesu Christi. Die Passionszeit ist eine Zeit der Besinnung, auch des Fastens und der Busse. Sie endet mit dem Osterfest, dem Fest der Auferstehung Christi.

Viele verzichten in den 40 Tagen bis Ostern ganz bewusst und der Verzicht auf Fleisch oder Süssigkeiten, aber auch das Autofasten sind sehr beliebt. Ob man in der Fastenzeit aber auf etwas verzichten will, entscheidet jeder für sich. Aber um Gewohnheiten zu hinterfragen, Gedanken zu entrümpeln und seine Zeit besser zu nutzen, sind die sieben Wochen vor Ostern ideal. Zahlreiche Fastenkalender, wie der der Evangelischen Kirche in Deutschland «7 Wochen ohne» oder auch unser BasisBibel Fastenkalender mit täglichen Impulsen begleiten Menschen in der Zeit bis zum Osterfest.

Warum 40 Tage?

Eine vierzigtägige Vorbereitungszeit auf das Osterfest ist seit dem 4. Jahrhundert n.Chr. bezeugt. Zählung und inhaltliche Ausgestaltung wichen freilich im Einzelnen erheblich voneinander ab: So begannen die Vierzig Tage (lat. Quadragesima) in Rom ursprünglich sechs Wochen vor Ostern. Während dieser Zeit bereiteten sich die Büsser auf ihre Wiederaufnahme in die Gemeinde am Gründonnerstag vor. Als ihr Charakter als Busszeit zurücktrat und sie vornehmlich als Fastenzeit begangen wurde, ergab sich die Notwendigkeit einer neuen Zählung: Karfreitag und Karsamstag wurden jetzt mit einbezogen, die Sonntage – an denen man nicht fastete – wurden ausgenommen. Seither beginnen die vierzig Tage am Aschermittwoch, dem Mittwoch vor dem 6. Sonntag vor Ostern.

Der biblische Hintergrund der Passionszeit

Den biblischen Hintergrund für die Begehung der 40 Tage liefern all jene Texte, in denen dem Zeitraum von 40 Tagen – bzw. 40 Jahren – eine besondere Bedeutung zukommt. Es sind Zeiten des Übergangs, der Vorbereitung und der Läuterung:

1. Mose 7,4-24 Die vierzig Tage der Sintflut
2. Mose 24,18 und
34,28 Die vierzig Tage von Mose auf dem Berg Sinai
Josua 5,6 Die vierzig Jahre des Volkes Israel durch die Wüste
1. Könige 19,8 Elias Wanderung von vierzig Tagen
Jona 3,4 Vierzig Tage Frist zur Umkehr für die Stadt Ninive
Markus 1,13;
Matthäus 4,2;
Lukas 4,1-2 Jesus fastet vierzig Tage in der Wüste

Die Sonntage der Passionszeit

Die lateinischen Namen der Sonntage der Passionszeit gehen auf die Anfänge der Introituspsalmen zurück und lauten daher wie folgt:

Invokavit: Er ruft mich an, darum will ich ihn erhören. | Psalm 91,15
Reminiszere: Gedenke, Herr, an deine Barmherzigkeit! | Psalm 25,6
Okuli: Meine Augen sehen stets auf den Herrn. | Psalm 25,15
Lätare: Freuet euch mit Jerusalem! | Jesaja 66,10
Judika: Gott, schaffe mir Recht! | Psalm 43,1
Palmarum – Palmsonntag | Johannes 12,12–19

Sie wollen sich in der Fastenzeit mit der Bibel beschäftigen und suchen die passende Ausgabe? Dann stöbern Sie in unserer Themenwelt zur Fastenzeit und finden Sie Ihren ganz persönlichen Begleiter für die 40 Tage bis Ostern und darüber hinaus.

Ostern

Ostern ist das wichtigste und älteste Fest im Kirchenjahr. Aber wissen Sie, was es mit der Karwoche auf sich hat und wo wir in der Bibel von der Auferstehung Jesu lesen können?

Was feiern wir eigentlich an Ostern?

Ostern ist das wichtigste und älteste Fest im Kirchenjahr. An Ostern feiern wir die Auferstehung Jesu Christi von den Toten und die Vergebung der
Sünden. Was für eine wundervolle Botschaft!

Die Karwoche

Die Woche vor Ostern wird Karwoche genannt, manchmal auch Heilige bzw. Grosse Woche. In ihr denken die Christen an die so genannte Passion,
den Leidensweg Jesu bis zu seinem Tod. Er spielte sich in der letzten Woche seines Lebens in Jerusalem ab. Hier eine Übersicht über die Ereignisse,
wie die Evangelien sie berichten:

SONNTAG (PALMSONNTAG)
Einzug in Jerusalem: Jesus reitet auf einem jungen Esel und wird wie ein König begrüßt (Markus 11,1-11).

MONTAG
Tempelreinigung – Jesus vertreibt die Händler und Geldwechsler aus dem Tempel (Markus 11,15-19).

DIENSTAG
Jesus lehrt im Tempel (Markus 12-13).

MITTWOCH
Salbung in Betanien (Markus 14,3-9). Judas kommt mit den führenden Priestern überein, Jesus zu verraten (Markus 14,10-11).

DONNERSTAG (GRÜNDONNERSTAG)
Das letzte Abendmahl mit den zwölf Aposteln im Obergeschoss eines Hauses in Jerusalem. Danach nimmt Jesus die Jünger mit in den Garten Getsemani, um zu beten. Jesus wird verhaftet, nachdem Judas ihn mit einem Kuss verraten hat (Matthäus 26,17-56).

FREITAG (KARFREITAG)
Jesus wird vor führenden Priester gebracht (Matthäus 26,57-68), danach vor den Hohen Rat, das oberste Gericht der Juden. Anschliessend wird er Pontius Pilatus vorgeführt, der ihn zu Herodes zu einem Verhör schickt (Lukas 23,1-12). Pilatus fällt das Todesurteil. Jesus wird nach Golgota gebracht und gekreuzigt (Markus 15,21-41). Nach seinem Tod wird der Leichnam vom Kreuz abgenommen und im Grab des Josef von Arimathäa, eines reichen Juden, beigesetzt (Markus 15,42-47).

SONNTAG (OSTERSONNTAG)
Jüngerinnen von Jesus, die den Leichnam salben wollen, finden sein Grab leer vor und erfahren als Erste von der Auferstehung (vgl. Lukas 24,1-12). Die Jünger, denen sie von ihrem Erlebnis berichten, schenken ihnen keinen Glauben. Doch dann begegnen zwei von ihnen auf dem Weg zum nahe gelegenen Emmaus selbst dem auferstandenen Herrn (Lukas 24,13-35). In den folgenden Tagen begegnen auch die anderen Jünger dem Auferstandenen.

Palmsonntag

Die Karwoche beginnt mit dem Palmsonntag, der an den Einzug Jesu in Jerusalem erinnert (Matthäus 21,1-11). Dort wollte Jesus mit seinen Jüngern das Passafest feiern. Auf einem Esel reitend kam er in die Stadt und erfüllte damit die Erwartungen, die mit dem ersehnten Friedenskönig verbunden waren:

»Sagt der Zionsstadt: Dein König kommt jetzt zu dir! Er verzichtet auf Gewalt. Er reitet auf einem Esel.« (Matthäus 21,5; vgl. Jesaja 62,11 und Sacharja
9,9).

Mit grossem Jubel wurde Jesus empfangen und als »Davidssohn« begrüsst. In katholischen Gemeinden erinnern noch heute Palmprozessionen daran, dass die Menschen damals ihrer Verehrung Ausdruck verliehen, indem sie Zweige von den Bäumen und sogar ihre eigenen Kleider vor Jesus auf der Strasse ausbreiteten, damit er wie auf einem Teppich darüber reiten konnte.

Die Hoffnung vieler Zeitgenossen Jesu war wohl, er werde das jüdische Volk – vielleicht sogar durch einen Aufstand – von den römischen Besatzern befreien. Doch seine Königsherrschaft verwirklichte sich in anderer Weise. Sein Weg führte ans Kreuz.

Gründonnerstag

Am Abend seiner Gefangennahme feierte Jesus mit seinen Jüngern ein Abschiedsessen (Markus 14,17-26; Lukas 22,14-20). Dabei sagte er ihnen, dass ihre Gemeinschaft mit seinem Tod nicht enden wird. Er, der Menschen zu Gott gebracht hat, wird auch weiterhin bei ihnen sein, wenn sie in seinem Namen eine Tischgemeinschaft halten, wozu er sie ausdrücklich auffordert.

Bei der Einsetzung des Abendmahls, die ihren Gedenktag am Gründonnerstag hat, deutete Jesus sein bevorstehendes Leiden und Sterben als Hingabe seines Lebens, seiner ganzen Person für die Menschen. Wenn wir heute Abendmahl feiern, erleben wir durch Brot und Wein, dass diese Hingabe auch uns gilt, dass er gegenwärtig ist in unserer Gemeinschaft und auch uns mit Gott versöhnt.

Der Name »Gründonnerstag« kommt entgegen einem verbreiteten Missverständnis nicht von der Farbe Grün sondern von »greinen«, d.h. weinen. Die Sünder, die »Greinenden«, die am Aschermittwoch aus der Gemeinschaft ausgeschlossen worden waren, wurden am Gründonnerstag aus ihrer Busszeit entlassen und wieder in die Gemeinde aufgenommen, die nun versöhnt Tod und Auferstehung Jesu feiern konnte.

In der katholischen Kirche nimmt der Priester am Gründonnerstag an einigen Gemeindegliedern symbolisch die Fusswaschung vor – in Erinnerung an die Fusswaschung, mit der Jesus seinen Jüngern diesen Sklavendienst tat (Johannes 13,2-17). Beides, Abendmahl und Fusswaschung, machen Gründonnerstag im Unterschied zu den anderen Tagen der Karwoche zu einem Tag festlicher Freude.

Karfreitag

Am Freitag vor Ostern gedenkt die Christenheit der Kreuzigung und des Todes Jesu.
Der Name »Karfreitag« kommt von dem althochdeutschen Wort »kara«, das Trauer bedeutet. Entsprechend wird die gesamte Woche von Palmsonntag bis zum Samstag vor Ostern »Karwoche« genannt. Sie bildet den Höhepunkt der Passionszeit.

Karfreitag und Palmsonntag bilden einen Gegensatz, wie er stärker kaum denkbar ist. Beim Einzug in Jerusalem wurde Jesus jubelnd empfangen. Mit ihm verband sich die Hoffnung, er werde als Messias das jüdische Volk von den verhassten römischen Besatzern befreien. Doch stattdessen müssen seine Anhänger erleben, wie der Gottessohn geschunden und elend den Verbrechertod stirbt (Johannes 19,16-37). Erst nach der Auferstehung erkannten die Jünger, welch tiefer Sinn in diesem Tod am Kreuz liegt: Jesus Christus litt nicht nur an der Welt, die ihn und seine Botschaft nicht verstehen und annehmen wollte, und durch die Welt, die ihn folterte und tötete, sondern auch und gerade für die Welt, in die er von Gott gesandt war, um sie zu erlösen.

Evangelischen Christen gilt der Karfreitag seit dem 19. Jahrhundert als einer der höchsten Feiertage. Auch heute noch ist es in manchen Gegenden üblich, an diesem Tag in Trauerkleidung das Abendmahl zu nehmen. Im Gottesdienst schweigen Orgel und Glocken. Fasten, Besinnung und Stille charakterisieren den Tag. Katholische Christen gehen am Todestag Jesu die vierzehn Stationen des Kreuzwegs, um sich seinen Gang in den Tod zu vergegenwärtigen.

Ostern

»Der Herr ist auferstanden.« – »Er ist wahrhaftig auferstanden.« So grüssen sich orthodoxe Christen bei Sonnenaufgang am Ostermorgen. In den Ostkirchen hat sich, anders als bei uns, der ursprüngliche Rang des Festes erhalten: Der Osternachtsgottesdienst ist der feierlichste und glanzvollste Gottesdienst des Jahres, Ostern das christliche Fest schlechthin.

An Ostern feiern wir die Auferstehung Jesu und damit Christus als Sieger über Sünde und Tod. Die ersten Christen erinnerten sich jeden Sonntag an die Auferstehung, also an dem Tag der Woche, an dem die Frauen das leere Grab entdeckten. In Anlehnung an das jüdische Passafest wurde im Laufe der Jahrhunderte eine jährliche Feier daraus. Damit wird auch der Zeitpunkt für das Oster- wie für das Passafest nach dem Mond- und nicht nach dem Sonnenjahr bestimmt. Auf dem Konzil von Nizäa einigte man sich auf den Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling. Das bedeutet, dass wir Ostern frühestens am 22. März, spätestens am 25. April feiern.

Das Wort »Ostern« ist wahrscheinlich aus einem germanischen Wort »Ostara« abgeleitet, das »Morgenröte« bedeutet und auf die aufgehende Sonne als Bild für die Auferstehung weist.

Mit dem Osterfest verbindet sich heute ein reiches Brauchtum, das zum Teil auch mit der erwachenden Natur im Frühling zusammenhängt: bunt gefärbte Eier, Osterlämmer aus Teig und Schokoladenhasen. Ursprünglich hatten alle diese Dinge aber auch eine tiefere symbolische Beziehung zum Auferstehungsfest:

Das Osterlamm erinnert an das Passalamm und ist ein Symbol für Christus. Für den Evangelisten Johannes ist er das wahre Passalamm, das den Tod und die Sünde überwunden hat (Johannes 1,29).

Das Ei ist ein uraltes Symbol des Frühlings und des erwachenden Lebens. Die frühe Christenheit sah im Ei ein Bild der Schöpfung und zugleich des Grabes Christi: Wie die Eierschale aufbricht, so zerbricht Jesus durch seine Auferstehung das Gefängnis des Todes.

Der Hase galt den Kirchenvätern als Symbol für die Heiden, die wie die Klippdachse in Psalm 104 am Felsen des Glaubens Zuflucht suchen. (Da »Klippdachse« in Europa unbekannt waren, wurden schon in der alten griechischen Übersetzung des hebräischen Textes »Hasen« daraus.) Weil zu Ostern die bekehrten Heiden getauft wurden, hielt auch der Hase Einzug ins Brauchtum.

Das Osterevangelium in 14 verschiedenen Sprachen

Wir haben die frohe Botschaft des Osterevangeliums aus Johannes 20,1-18 in 14 verschiedenen Sprachen zusammengestellt. Damit verbinden wir die Hoffnung, dass die biblischen Texte als Türöffner dienen, damit Fremde zu Gästen und vielleicht zu Freundinnen und Freunden werden können.

Pfingsten

Immer genau 50 Tage nach Ostern feiern wir Pfingsten. Es ist, nach Weihnachten und Ostern, das dritte Hauptfest der Kirche, denn es ist der „Geburtstag der Kirche“, die das Wort Gottes in alle Welt und in alle Sprachen verkündet.

Was feiern wir eigentlich an Pfingsten?

Pfingsten wird immer 50 Tage nach Ostern gefeiert. Von dieser Zeitspanne hat das Fest auch seinen Namen. Er leitet sich ab vom griechischen Wort für »fünfzigster (Tag)«: »pentekoste (hemera)«. Am 50. Tag nach dem Ostersonntag schliesst das Pfingstfest die österliche Festzeit ab. Es ist das dritte Hauptfest der Kirche: Nach Weihnachten, dem Fest der Liebe Gottes zu den Menschen, und Ostern, dem Fest Jesu Christi, feiern wir an Pfingsten die Sendung des Heiligen Geistes.

Wie Ostern hat auch das Pfingstfest eine Entsprechung im jüdischen Festkalender. Das Pfingstwunder in Apostelgeschichte 2 ereignet sich, als viele Pilger nach Jerusalem gekommen sind, um das jüdische »Wochenfest« zu feiern. 50 Tage nach dem Passafest erinnert es mit einer Festversammlung an die Gabe der Zehn Gebote und damit an den Bund Gottes mit dem Volk Israels. Dieses Fest feiern auch die Jünger, als sie ein »mächtiges Rauschen« hören und »etwas wie Feuer« sich in Form von »Flammenzungen« auf ihnen niederlässt (Apostelgeschichte 2,1-3): Der Heilige Geist kommt auf sie herab. Damit hat Gott einen »neuen« Bund geschlossen, so wie er sich mit dem Volk Israel durch die Zehn Gebote verbunden hat. Am Sinai offenbarte er sich im Feuer, daran erinnern die Feuerzungen im Pfingstbericht.

Der Heilige Geist erfüllt die Jünger mit dem lebendigen Glauben daran, dass Gott Jesus vom Tod auferweckt hat, dass er heute lebt und regiert. Sofort beginnen die Apostel, allen voran Petrus, anderen zu verkünden, was sie selbst erlebt haben. Dass sie plötzlich in vielen Sprachen sprechen und alle Zuhörenden sie verstehen können, steht zeichenhaft dafür, dass die Zerstreuung der Menschheit, die in der Verwirrung der Sprachen beim Turmbau von Babel ihren Anfang genommen hat, nun wieder aufgehoben wird. Vom Geist Gottes, dem Geist der Liebe und des Friedens, geleitet, beginnt eine Bewegung, die die Christusbotschaft »bis ans äusserste Ende der Erde« trägt (Apostelgeschichte 1,8).

Schon der Erfolg der ersten Predigt ist atemberaubend: Viele nehmen die Botschaft des Petrus an und lassen sich taufen. So entsteht die erste Gemeinde in der Nachfolge Christi. Von diesem Tag an läuft die Botschaft zuerst durch den Mittelmeerraum, dann um die ganze Welt. Überall bildeten sich Gemeinden und Kirchen. Damit ist Pfingsten sozusagen der »Geburtstag« der Kirche.

Weihnachten

Kein anderes Fest ist so bekannt und beliebt wie das Weihnachtsfest. Die Advents- und Weihnachtszeit hat dabei für die meisten Menschen einen ganz besonderen Reiz.

Was feiern wir an Weihnachten?

Kein anderes Fest ist so bekannt und beliebt wie das Weihnachtsfest. Weihnachtsmänner und geschmückte Tannenbäume findet man am 25. Dezember rund um den Erdball. Die Weihnachtszeit hat für die meisten Menschen einen ganz besonderen Reiz. Mit ihren Sternen, Lichtern, Krippen und Krippenspielen wird sie besonders für die Jüngsten zu einem großen Erlebnis. Der Heilige Abend ist bei uns zum Hauptfest für die Familie geworden.

An Weihnachten feiert die christliche Gemeinde die Geburt von Jesus Christus!

Dabei ist Weihnachten gar nicht das älteste und wichtigste Fest der Christenheit. Dieser Rang bleibt Ostern vorbehalten: Nicht die Geburt, sondern die Auferstehung Jesu Christi war für die ersten Christen das bedeutsamste Ereignis im Jahreslauf.

Den genauen Geburtstag Jesu kennen wir nicht, die Evangelien geben darüber keine Auskunft. Seit dem 3. Jahrhundert wurde das Erscheinen des Herrn auf Erden am Epiphaniastag gefeiert, dem 6. Januar. In den Ostkirchen feiert man Weihnachten bis heute an diesem Tag. Im Westen hat sich ein Jahrhundert später der 25. Dezember als Termin durchgesetzt. Die Kirche legte das Fest damit auf den Tag, an dem im Mittelmeerraum die Geburt des Sonnengottes Mithras begangen wurde, und machte so deutlich: Christus ist das wahre »Licht der Welt«.

Das Weihnachtsfest wurde im Westen so populär, dass es bald alle anderen Feste überstrahlte. Unzählige Lieder und vielfältige volkstümliche Bräuche ranken sich um Weihnachten. Im Jahr 1223 gestaltete Franz von Assisi in der Kirche von Greccio die erste Weihnachtskrippe mit einem lebendigen Ochsen und einem Esel.

Jesu Geburt – Das Evangelium nach Lukas (LK 2,1-18)

 

21 Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. 2 Und diese Schätzung war
die allererste und geschah zur Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. 3 Und jedermann ging, dass er sich schätzen liesse, ein jeglicher in seine
Stadt.

4 Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das judäische Land zur Stadt Davids, die da heisst Bethlehem, darum
dass er von dem Hause und Geschlechte Davids war, 5 auf dass er sich schätzen liesse mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger.

6 Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, dass sie gebären sollte. 7 Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in
eine Krippe; denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge. 8 Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die
hüteten des Nachts ihre Herde. 9 Und des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr.

10 Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch grosse Freude, die allem Volk widerfahren wird; 11 denn euch ist
heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. 12 Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln
gewickelt und in einer Krippe liegen. 13 Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen:

14 Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens. 15 Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren,
sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen gen Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan
hat.

16 Und sie kamen eilend und fanden beide, Maria und Josef, dazu das Kind in der Krippe liegen. 17 Da sie es aber gesehen hatten, breiteten
sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war. 18 Und alle, vor die es kam, wunderten sich über die Rede, die ihnen die Hirten
gesagt hatten.

Die Worte des Weihnachtsevangeliums vom fehlenden Platz in der Herberge sind auch heute noch erschreckend aktuell. Daher haben wir die tröstende Botschaft des Weihnachtsevangeliums aus Lukas 2,1-14 auch in mehreren Sprachen zusammengestellt:

Advent, Advent
[…oder auch: Die Zeit vor dem Fest]

Advent, das ist die Zeit der Vorfreude. Mit Kerzenlicht und Tannenzweigen, Nüssen und festlichem Gebäck stimmen wir uns auf das kommende Weihnachtsfest ein. Gleichzeitig beginnt mit dem 1. Advent aber auch ein neues Kirchenjahr.

Ursprünglich war der Advent eine Buss- und Fastenzeit, ähnlich der 40 Tage vor Ostern. Und so wie Johannes der Täufer die Menschen zur Umkehr aufgefordert hat, um sie auf das Kommen des Messias vorzubereiten, so sollen sich auch die Christen für Weihnachten bereitmachen. Heute geschieht dies statt mit Fasten, eher durch ein bewusstes Innehalten und Stillwerden.

Der Begriff Advent stammt ursprünglich vom lateinischen Wort »adventus« und bedeutet »Ankunft«. Die christliche Gemeinde bereitet sich in dieser Zeit auf das Kommen ihres Herrn Jesus Christus vor.