Bibelwissen

Die Bibel ist ...

… eine gute Nachricht

Die Verfasser der neutestamentlichen Schriften beschreiben, wie die Liebe Gottes in Jesus Christus für alle Menschen sichtbar geworden ist. In ihm begegnen wir einem Menschen, der Gott ganz ernst nimmt. Er zeigt uns, dass Gott für die Menschen eine Hoffnung bereithält, die ihrem Leben einen neuen tiefen Sinn gibt.

… eine Bibliothek

Das Wort Bibel leitet sich ab vom griechischen “ta biblia”, wird dort in der Mehrzahl gebraucht und bedeutet eigentlich Bücher. Mit der Übersetzung ins Lateinische wurde daraus “biblia” = Bibel. Die Bibel ist eine Sammlung von Büchern, die im Zeitraum von mehr als tausend Jahren entstanden ist. Ihre Inhalte wurden über weite Strecken zunächst als mündliches Erzählgut überliefert und erst später aufgeschrieben. Es existieren für die ganze Bibel keine Originale. In Abschriften sind die biblischen Bücher aber äusserst gut dokumentiert.

… ein Geschichtsbuch

Wie andere Bücher aus früheren Zeiten, berichtet die Bibel darüber, wie die Welt entstanden ist und wie es mit ihr weiterging. Sie erzählt, wie das Volk Israel gelebt und welche Ordnungen und Gesetze es befolgt hat. Was die Bibel jedoch von anderen Büchern unterscheidet ist, dass sie die Geschichte der Welt und des Volkes Israel in Beziehung zu Gott bringt.

… ein Glaubensbuch

Dass die Bibel “Wort Gottes” ist, lässt sich für den menschlichen Verstand nicht beweisen wie die Richtigkeit mathematischer Formeln oder die Gültigkeit von Naturgesetzen. Aber es geht hier um etwas grundlegend Anderes: um ein Ergriffensein von der das Leben verwandelnden Gegenwart Gottes, das wir mit dem Wort “Glauben” umschreiben.

… ein Lebensbuch

Jesus sagt im Johannesevangelium (7,17): “Wer bereit ist, Gott zu gehorchen, wird merken, ob meine Lehre von Gott ist oder ob ich meine eigenen Gedanken vortrage.”

Die besondere Bedeutung der Bibel als “Wort Gottes” hängt also für die Lesenden und Hörenden davon ab, ob sie sich auf diese Erfahrung einlassen und ihr Handeln danach ausrichten.

Lesenswert:

Bibel und Koran: “Jesus hat nicht mit Schwert und Bomben gekämpft” PDF Bücher zum Thema finden Sie unter bibelshop.ch

Bibel und Hinduismus: Die heiligen Schriften der Hindus PDF

Bibeldruck: Die schwarze Kunst

Wie eine Druckerpresse im 15. Jahrhundert funktionierte, kann der Theologe Karl Klimmeck im Foyer der Schweizerischen Bibelgesellschaft zeigen. Für Gruppen setzt er die nachgebaute Druckerpresse sogar in Gang.

Nach einer kurzen Einführung können dann die Interessierten gleich selbst testen, wie die Druckerpresse funktioniert und sich „ihren“ Psalm 23 „Der HERR ist mein Hirte“ drucken.

Damals wie heute ist für viele die Herstellung von Drucksachen ein „Buch mit sieben Siegeln“. Daher nannte man sie lange Zeit die „schwarze Kunst“. Als Meisterwerk der Typographie kann man Gutenberg u.a. die zweibändige 42-zeilige lateinische Bibel zusprechen, die in zweispaltigem Satz 1‘282 Seiten umfasst.

Die eigentliche Erfindung Gutenbergs ist allerdings nicht die Druckerpresse, sondern das Han-Giessinstrument mit seinem in der Breite variablen Giesskanal. Mit ihm liessen sich einzelne Lettern in unbegrenzter Menge giessen oder – modern ausgedrückt – Normteile seriell produzieren. Eine Erfindung, die aufgrund ihrer Genialität die Welt verändern sollte.

Im Zeitraum von 1452 – 1455 wurden in der Werkstatt von Gutenberg ca. 180 Bibeln mit einer solchen Druckerpresse gedruckt. Farbige Zeichnungen und Initialen wurden nach dem Druck individuell eingefügt. Dadurch war jede Ausgabe der Bibel ein Unikat (Bild links: eine Gutenberg-Bibel der New York Public Library). Die Bibeln sollen bereits vor ihrer Vollendung verkauft gewesen sein. Heute sind nur noch ca. 48 Exemplare erhalten. 1987 wurde zuletzt eines dieser Bücher verkauft: Der Kaufpreis von 9,75 Millionen DM (rund 5 Millionen Euro) ist einer der höchsten, die je für ein Druckwerk bezahlt wurden.

Die handschriftliche Vorlage für den Druck war eine sogenannte Vulgata, eine lateinische Übersetzung des Hieronymus aus dem 4. Jahrhundert. In der Zeit Gutenbergs war diese Bibelversion weit verbreitet.

Gutenbergs Erfindung – seine Satz- und Drucktechnik – war bis ins 18. Jahrhundert hinein keinerlei Veränderungen unterworfen.

Heute steht in China eine der modernsten Bibel-Druckereien. Am 8. November 2012 wurde hier die 100-millionste Bibel gedruckt: Davon wurden allein in China 60 Millionen verbreitet und 40 Millionen in die ganz Welt exportiert.

Quelle: Bibelgalerie Meersburg, de.wikipedia.org, die-Bibel aktuell

Zeittafel zur Bibel

Bibelpublikationen

2018 Neuausgabe der Gute Nachricht Bibel Seit 50 Jahren ist sie “die Moderne” unter den deutschen Bibelübersetzungen. 2017 Erstmals entsteht die Lutherbibel aus einem Guss und nach einheitlichen Kriterien. 2012 Die Schweizerische Bibelgesellschaft gibt den Bibelleseplan als App für iPhone und iPad heraus. 2010 Die BasisBibel mit einer texttreuen Übersetzung. Das Neue Testament zeichnet sich durch ein zeitgemässes Deutsch aus. Hintergrundinformationen können ergänzend auf Internet abgerufen werden. Die Lutherbibel, die Gute Nachricht Bibel und die Zürcher Bibel erscheinen erstmals als App für iPhone und iPad. 2000 Gute Nachricht Bibel in neuer Rechtschreibung (zugleich durchgesehene Ausgabe). 1999 Lutherbibel erscheint in neuer Rechtschreibung (zugleich durchgesehene Ausgabe).

Bibel im heutigen Deutsch

2018 Neuausgabe der Gute Nachricht Bibel Seit 50 Jahren ist sie “die Moderne” unter den deutschen Bibelübersetzungen. 2017 Revision Lutherbibel Ziel dieser Revision war, eine grössere sprachliche Genauigkeit herzustellen und gleichzeitg der Sprachkraft Martin Luthers gerecht zu werden. Abschluss 1997 Die revidierte Gute Nachricht Bibel in heutigem Deutsch erscheint. 1984 Abschluss der Revision der Lutherbibel mit der erneuten Überarbeitung des Neuen Testaments. 1982 “Die Bibel in heutigem Deutsch” (Die Gute Nachricht des Alten und Neuen Testaments). 1980 “Einheitsübersetzung” für die deutschsprachigen katholischen Diözesen, Neues Testament und Psalmen ökumenischer Text. 1979 Griechisches Neues Testament von Nestle in 26., völlig neu bearbeiteter Auflage (Nestle-Aland). 1968 – 1977 Neubearbeitung der Biblia Hebraica (Biblia Hebraica Stuttgartensia). 1966 Gemeinsame Ausgabe des griechischen Neuen Testaments durch den Weltbund der Bibelgesellschaften (The Greek New Testament).

Alte Handschriften gefunden

Ab 1947 Bei Qumran am Toten Meer werden Handschriften des hebräischen Alten Testaments gefunden (u. a. zwei Jesaja-Rollen, Habakuk). 1937 Die Biblia Hebraica durch Kittel, Eissfeldt, Alt und Kahle neu bearbeitet auf der Grundlage des Ben-Ascher-Textes, d.h. des Leningrader Codex vom 1008 n.Chr.

Luthers Bibel umfassend revidiert

2017 Erstmals entstand die Luterbibel aus einem Guss und nach einheitlichen Kriterien. 1984 Die Mitarbeiter dieser Revision entdeckten den rhetorisch wirkungsvollen Satzbau Luthers als besondere Übersetzungsleistung. 1975 Es galt der Grundsatz, dass Formulierungen, die für einen durchschnittlichen Bibelleser nicht verständlich waren, geändert werden müssen. 1956 (NT) und 1964 (AT) Übersetzungsfehler vorheriger Revisionen wurden korrigiert. 1921 Beginn der dritten, umfassenden Revision von Luthers Bibelübersetzung. 1912 Lutherbibel neu durchgesehen nach dem vom Deutschen Evangelischen Kirchenausschuss genehmigten Text. 1906 Herausgabe der Biblia Hebraica durch Rudolf Kittel Seit Ende 19. Jh. Funde biblischer Papyri in Ägypten. 1898 Eberhard Nestles Griechisches Neues Testament, das später laufend dem Stand der neutestamentlichen Forschung angepasst wird, erscheint erstmals bei der Württembergischen Bibelanstalt. 1892 Erste kirchenamtliche Revision der Lutherbibel abgeschlossen. 1844 und 1859 Auffindung des Codex Sinaiticus durch Constantin von Tischendorf im Katharinen-Kloster am Sinai. 1734 Ausgabe des griechischen Neuen Testaments durch Johann Albrecht Bengel. 1534 Luthers deutsche Bibel erscheint in Wittenberg. 1522 September Luthers deutsches Neues Testament erscheint in Wittenberg.

Zeit des Buchdrucks

1516 Das erste gedruckte griechische Neue Testament, bearbeitet von Erasmus von Rotterdam, erscheint in Basel. 1477 Der Psalter in Oberitalien zum ersten Mal hebräisch gedruckt (1488 das ganze Alte Testament). 1466 Mentelin in Strassburg druckt die erste deutsche Bibel. Es folgen Drucke von Bibelübersetzungen in anderen deutschen Städten und in zahlreichen anderen Sprachen. 1452 – 1455 Erster Druck der lateinischen Bibel durch Gutenberg (42-zeilige Bibel).

Zeit der handschriftlichen Vervielfältigung

11. – 15. Jh. Zahlreiche Übersetzungen biblischer Schriften und der ganzen Bibel ins Deutsche und in andere Volkssprachen. Entstehung der Bilderbibeln. Übergang vom Pergament zum Papier. Druck der Armenbibel von geschnittenen Holztafeln als Vorstufe des Bibeldrucks. 11. Jh. Notker Labeo übersetzt den Psalter, Williram das Hohelied ins Deutsche. 8. – 11. Jh. Prunkvolle Bibelhandschriften mit Miniaturmalereien entstehen.

Lateinische Bibel revidiert

um 800 Revision der lateinischen Bibel durch Alkuin auf Veranlassung Karls des Grossen. Übersetzung des Matthäus-Evangeliums ins Deutsche (Althochdeutsch): Mondseer Matthäus. 8. – 10. Jh. Tätigkeit der Masoreten in Tiberias und Babylonien am hebräischen Text des Alten Testaments (Ben Ascher). um 500 Der Codex Argenteus von Wulfilas gotischer Bibel wird geschrieben. 4. – 5. Jh. Die grossen Pergament-Kodizes werden geschrieben (Codex Vaticanus, Codex Sinaiticus, Codex Alexandrinus).

„Vulgata“ entsteht

382 – 420 Hieronymus bearbeitet die altlateinische Bibel. Er übersetzt das Alte Testament neu aus dem Hebräischen ins Lateinische und revidiert den altlateinischen Text des Neuen Testaments. So entsteht die später so genannte “Vulgata”. 350 – 380 Wulfila übersetzt im heutigen Bulgarien die Bibel ins Gotische. Anfang 4. Jh. Frühe Übersetzungen des Neuen Testaments ins Syrische (Vetus Syra), daraus geht in der 1. Hälfte des 5. Jh. Die sog. Peschitta hervor. 240 – 245 Origenes (185 – 254) stellt sechs verschiedene Textfassungen des Alten Testaments nebeneinander (Hexapla). 3. Jh. Wichtige Papyrushandschriften: Chester-Beatty-Papyri (grosse Teile des Alten und Neuen Testaments), Bodmer-Papyri (u. a. Lukas und Johannes). um 200 Der Kanon des Neuen Testaments steht im Wesentlichen fest. Frühe Übersetzungen des Neuen Testaments ins Lateinische (Vetus Latina oder Itala). um 144 Marcion in Rom stellt das Lukas-Evangelium und zehn Paulusbriefe in einer verkürzten Bearbeitung zusammen. Mit dieser sehr engen Auswahl gibt er der Kirche verstärkt Anlass, das zahlreich gewordene christliche Schrifttum zu prüfen und einen “Kanon” der als verbindlich anerkannten Schriften abzugrenzen (Neues Testament).

Geburt des Neuen Testaments

um 125 Ältestes erhaltenes Bruchstück des Neuen Testaments (Papyrus P52). ab Ende 1. Jh. Zahlreiche Abschriften der biblischen Schriften auf Papyrus. Statt der traditionellen Schriftrollen bevorzugen Christen die Form des Kodex, eines Vorläufers der heutigen Buchform. Ende 1. Jh. Jüdische Schriftgelehrte in Palästina bestimmen den genauen Umfang der hebräischen Bibel. In den christlichen Gemeinden der griechisch-römischen Welt steht jedoch von der Zeit der Apostel her die Septuaginta in kanonischem Ansehen – einschliesslich einer Anzahl später Schriften, die die jüdischen Schriftgelehrten in Palästina nicht akzeptierten (Deuterokanonische Schriften/Apokryphen). Die Sprache des Neuen Testaments ist Griechisch. 2. Hälfte 1. Jh. Niederschriften der vier Evangelien. 50 – 64 n. Chr. Abfassung der Briefe des Apostels Paulus. um 27 – 30 Jesu Wirken in Palästina.

Altes Testament entsteht

2. – 1. Jh. v. Chr. Älteste erhaltene hebräische Handschriften des Alten Testaments (u. a. Funde aus den Höhlen bei Qumran am Toten Meer). Älteste erhaltene Handschriften der griechischen Übersetzung. um 300 – 130 v. Chr. Das hebräische Alte Testament wird in Ägypten ins Griechische übersetzt (Septuaginta). 10. – 2. Jh. v. Chr. Entstehung der Schriften des Alten Testaments.